VENTUS
Physics-informed and Probabilistic-causal AI for Wind Turbine Optimization
Key Facts
"Digitale Technologien, AI for Green 2023"
- Technische Universität Wien - Koordination
- Technische Universität Graz - Entwicklung der KI
- DiLT Analytics FlexCo - Entwicklung der KI
- User:innen-Sicht & Industriekontext durch LOI Partner:innen
- Wissensaustausch mit internationalen Forschungsinstitutionen
Über das Projekt
Die Herausforderung
Der Übergang zu erneuerbaren Energiequellen ist eine der größten Herausforderungen in Europa. Der Energiesektor verursacht 78 % der gesamten Treibhausgasemissionen innerhalb der EU und 73,2 % weltweit. Daher strebt die EU an, die Emissionen bis 2030 um 55 % zu reduzieren und bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.
Von allen erneuerbaren Energiequellen hat die Windenergie derzeit den größten Anteil in der EU (37,5 %). Das erwartete Wachstum sowohl der Onshore- als auch der Offshore-Windenergie ist enorm:
- Das „Fit-for-55-Paket" der EU erhöht das Ziel für erneuerbare Energien von 32 % auf 40 % bis 2030 und fordert damit eine Steigerung der installierten Windkraftleistung von 180 GW (2021) auf 451 GW (2030).
- Das österreichische Ziel für den Ausbau der Windenergie bis 2030 (10 TWh Anteil am Stromerzeugungsmix) erfordert eine neu installierte Windkraftkapazität von 500 MW/Jahr.
Der Projektinhalt
VENTUS konzentriert sich auf die Entwicklung probabilistischer und physikalisch fundierter ML-Frameworks, die auf Windenergiesysteme zugeschnitten sind und für verbesserte Vorhersagen mit Unsicherheitsquantifizierung und Kausalzusammenhängen sorgen. Diese werden dann in europäischen, branchenrelevanten Szenarien des Windkraftanlagenbetriebs (unter Verwendung von realen Daten unserer Projektpartner:innen), insbesondere der vorausschauenden Wartung mechanischer Komponenten angewandt. Zuletzt sind Beiträge zur Open-Data-Community integriert, insbesondere die Veröffentlichung von Codes und ausgewählten Datensätzen.
Die Innovation
VENTUS baut auf den jüngsten Entwicklungen im Bereich der physikbasierten und probabilistischen/kausalen maschinellen Lernverfahren auf. Während in beiden Bereichen in den letzten Jahren Fortschritte erzielt wurden, stellt die Kombination beider Ansätze eine neue Forschungsrichtung dar. Dies ermöglicht:
- die Erweiterung von traditionellen lernbasierten Techniken um (physikalisches, kausales) Hintergrundwissen
- eine dramatisch höhere Dateneffizienz und Übertragbarkeit auf neue Szenarien
- ein wesentlich höheres Maß an Erklärbarkeit als herkömmliche KI-Systeme
Diese Innovation in Form eines erklärbaren KI-Systems hat das Potenzial, Verluste aufgrund von Ausfallzeiten und Wartung in Windkraftanlagen um 50% zu reduzieren.
Die Projektziele im Überblick
Übergeordnetes Ziel: Erklärbare KI für automatisierte Fehlererkennung und vorausschauende Wartung (TRL 3-4)
1 - Entwicklung theoretischer Grundlagen
Entwicklung theoretischer Grundlagen für die Kombination von physikbasiertem ML und probabilistischem/kausalem ML
2 - ML-basiertes Modell für Windkraftanlagen
Entwicklung eines ML-basierten Modells für die automatisierte Diagnose und vorausschauende Wartung von Windkraftanlagen
Ziel-Verbesserungen: 10 % bessere Vorhersagegenauigkeit, 10x weniger Trainingsdaten
3 - Wissenschaftliche Veröffentlichungen
Publikationen und Vorträge in hochrangigen Fachzeitschriften & Konferenzen
4 - Open-Source Beiträge
Open-Source-Repository für Modelle und Datensätze
Nachhaltigkeitsaspekte des Projektes
SDG-Beiträge
VENTUS befasst sich direkt mit den europäischen und nationalen Bemühungen zum Übergang zu erneuerbaren Energiequellen und damit mit den SDGs:
- • SDG 7 – Bezahlbare und saubere Energie
- • SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
- • SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur
Weitere SDG-Beiträge
- • SDG 4: Bei unseren Verbreitungsaktivitäten konzentrieren wir uns auf den Know-how-Transfer
- • SDG 5: Keine unterschiedlichen Nutzungsmuster zwischen Frauen und Männern
- • SDG 12: Vertrauenswürdige ML-Anwendungen können langfristig besser verwaltet werden
Ressourceneinsparungen hinsichtlich der Klimaziele
- 1. Bei VENTUS entwickeln wir ein erklärbares KI-System mit dem Ziel, Verluste aufgrund von Ausfallzeiten und Wartungsarbeiten um 50 % zu reduzieren und damit direkt auf das EU-Ziel einzugehen, die Windkraftkapazität von 180 GW im Jahr 2021 auf 451 GW bis 2030 zu steigern.
- 2. Das entwickelte KI-System nutzt physikalisch fundierte und kausale Techniken, die wesentlich dateneffizienter sind als gängige Deep-Learning-Ansätze, was zu einem geringen ökologischen Fußabdruck führt.
- 3. Darüber hinaus werden die Methoden auf akademischer Ebene und im KMU-Bereich entwickelt, wobei um ein Vielfaches weniger Ressourcen verbraucht werden als bei KI-Systemen großer Unternehmen. Daher können die potenziellen Umweltauswirkungen von KI-Ressourcen und deren Effizienz als ausgezeichnet bewertet werden.
- 4. Mögliche Rebound-Effekte, z. B. der Verlust von Arbeitsplätzen, sind eher begrenzt, da die entwickelte KI hauptsächlich als Entscheidungshilfe dienen und nicht autonom arbeiten wird.
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